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Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 10/12 vom 07.03.2012

Rechte Frauen statt Frauenrechte

Sie werden oft nur als Anhängsel ihrer politisch aktiven Männer wahrgenommen. Als kürzlich bekannt wurde, dass mit Beate Z. auch eine Frau Teil jener rechtsextremen Terrorzelle war, die in Deutschland zahlreiche Migranten ermordet haben soll, rückten rechtsextreme Frauen wieder ins Zentrum medialer Berichterstattung. Eine, die sich seit langem mit diesem Phänomen auseinandersetzt, ist die Politikwissenschaftlerin Ursula Birsl. Der von ihr herausgegebene Sammelband, den sie am 22. März gemeinsam mit der Burschenschaftsexpertin Alexandra Kurth an der Universität Wien (20 Uhr, Hörsaal III im NIG) präsentiert, beschäftigt sich unter anderem mit Frauen als rechtsextremen Täterinnen und dem Spannungsfeld zwischen "reinrassiger Mutterschaft“ und "nationalem Feminismus“.

Nina Horaczek

Ursula Birsl (Hg.): Rechtsextremismus und Gender. Budich, 337 S., € 34,-

Afrikas starke Großmütter

"Nein, einen Politiker habe ich hier in der Gegend noch nie gesehen, obwohl viele junge Menschen sterben. Sie sterben wie die Fliegen“, sagt Odilya Martin. Seit ihre beiden Kinder an Aids starben, kümmert sie sich um die Enkel. Der Fotograf Christoph Gödan zeigt in seinem Bildband eine Welt, in der die Einzigen, die das Überleben der Nachkommen sichern, die Großmütter sind. Er ist in die tansanische Provinz Kagera und in die Townships des südafrikanischen Durban gereist, wo der Virus ganze Familien auslöscht. Alleine in Südafrika sterben täglich 1000 Menschen an der Immunschwächekrankheit Aids. Zu Wort kommen Frauen, die zuerst ihre todkranken Söhne und Töchter pflegten und nun versuchen, ihren Enkeln beizustehen. Es sind berührende Erzählungen von Großmüttern, die im schlimmsten Elend dafür kämpfen, ihren Enkeln ein besseres Leben zu ermöglichen. N H

Christoph Gödan: Die großen Mütter. Leben mit Aids in Afrika. Mandelbaum, 142 S., € 29,90


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