Wieder gelesen 

Bücher, entstaubt

Politik | Ruth Eisenreich | aus FALTER 10/12 vom 07.03.2012

Vom Schreiben am Küchentisch

Wie viele gelehrte Bücher schon über Frauen geschrieben wurden! Virginia Woolfs Erzählerin staunt. Die Autoren: meist "Männer, die keine Qualifikation haben, außer dass sie keine Frauen sind“. Der Deutungshoheit der Männer setzte Woolf 1929 ihren auf zwei Vorträgen zum Thema "Frauen und Fiktion“ beruhenden Essay "A Room of One’s Own“ entgegen. Darin erzählt sie die Geschichte der Frauen in der Literatur nach, sinniert über das Leben einer fiktiven talentierten Schwester Shakespeares und versucht zu ergründen, unter welchen Bedingungen es mehr weibliche Autorinnen geben könnte: finanzielle Unabhängigkeit, mehr Wertschätzung und das titelgebende Zimmer, in dem Frauen dem turbulenten Alltag mit Haushalt und Kindern zeitweise entgehen könnten. Seit Erscheinen des Essays haben 79 Menschen den Literaturnobelpreis bekommen. Neun davon waren Frauen.

Virginia Woolf: Ein eigenes Zimmer. Fischer, 144 S., € 8,30


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