Geld her oder wir schreiben!

Medien | Spurensuche: Andreas Hutter | aus FALTER 10/12 vom 07.03.2012

Der österreichische Erpressungsjournalismus hat eine lange Tradition, die man kaum noch kennt

Etwas ist faul im Staate Österreich, befand am 13. Jänner der Europarat. Es war nicht das erste Mal, dass die herrschende Korruption von außen angeprangert wurde. Schon 1872 hatte der Berliner Schriftsteller Wilhelm Angerstein in seinem Buch "Die Corruption in Österreich“ die hiesigen Verhältnisse gebrandmarkt, und der k.k. Handelsminister Albert Schäffle bekannte in seinen Memoiren (1905): "An keinem Orte ist je so viel Raubgesindel vereinigt gewesen wie hier drunten.“ Die Wiener Tageszeitung Österreichisches Journal, die er 1870 zum Kampf gegen die Korruption ins Leben gerufen hatte, sekundierte: "Was in Österreich alles möglich ist“ sollte in der Zeitung "eigentlich eine stehende Rubrik sein, gerade wie, Tagesneuigkeiten‘,, Kunst und Theater‘“ und dergleichen. Auch "die gewohnheitsmäßige Erpressung, oder wie man den möglichst hohen Gewinn für eine Zeitung erzielt“,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige