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Medien | Bericht: Semiran Kaya | aus FALTER 10/12 vom 07.03.2012

Im EU-Beitrittswerberland Türkei werden immer mehr Journalisten und Autoren verfolgt

Mir geht es gut“, sagt Banu Güven und lacht. Als die angesehene Journalistin letztes Jahr ein Interview mit der kurdischen Politikerin Leyla Zana führen wollte, musste sie den türkischen Fernsehsender NTV verlassen - nach 14 Jahren. Erklären will sie das nicht mehr. Nur betonen, dass sie in der Türkei erstmals mit solch "drastischer Zensur“ konfrontiert ist: "Alle Journalisten haben Angst, sich kritisch zu äußern.“

Seit die verbotene PKK im Sommer letzten Jahres ihre Angriffe auf Soldaten und Polizisten intensiviert hat, schlägt der Staatsapparat auch im Westen des Landes zu. Die Verhaftungswelle, die im April 2009 mit der Festnahme von 152 kurdischen Kommunalpolitikern im südöstlichen Diyarbakir begann, zieht sich seitdem wie ein roter Faden durch das Land. So wurden innerhalb von nur 30 Monaten (April 2009 bis Oktober 2011) laut dem unabhängigen Mediennetzwerk Bianet 7748 Personen in Untersuchungshaft


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