Ohren auf  

Als die Welt noch unterging

Sammelkritik: allerlei bemerkenswerte New-Wave-Reissues

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 10/12 vom 07.03.2012

Die Wende von den 1970er- zu den 1980er-Jahren wird oft mit jener von der (guten) Rockmusik zur (bösen) Plastikmusik gleichgesetzt, zu Yuppie-Sound und sinnloser Genusssucht. Das ist natürlich ein ausgemachter Blödsinn. Vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs versteckte sich hinter vielem, an das man sich heute als harmlose 80er-Pophits erinnert, purer Eskapismus. Selbst Alphaville stellten sich bange Fragen: "Are you going to drop the bomb or not?“

Die Simple Minds sind eine andere dieser Bands, die damals besser waren, als ihr heutiger Ruf ist. Die Schotten um Sänger Jim Kerr nahmen um 1980 eine Reihe sehr guter Alben im Zeichen treibender Postpunk-Rhythmen, Kraftwerk-Verehrung und teils auch schon zündenden Melodien auf, die sich hinter dem Schaffen heute mythisch verklärter Bands wie Joy Division nicht groß zu verstecken brauchen. Unter dem Titel "X5“ (EMI) sind die ersten fünf Simple-Minds-Platten soeben in einer Box neu aufgelegt worden. "Real to Real Cacophony“ (1979)


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