Kritik

Schwere Panzer statt leichter Mine

Lexikon | aus FALTER 10/12 vom 07.03.2012

Der Wiener Künstler Franz Vana machte sich als Kulissenmaler einen Namen. Die Galerie Hubert Winter zeigt nun einen Grafikzyklus von Mitte der 1970er-Jahre, als Video- und Performance-Art die traditionellen Medien verdrängten. Die Bilder sind frisch geblieben, offenbaren sie doch eine ernsthafte Beschäftigung mit dem Zeichenmaterial Grafit, das der Künstler so dick aufträgt, dass sein mineralischer Ursprung zum Vorschein kommt. Wie auf einem Relief treten die Ritzen und Rillen der Grafitschichten hervor, glänzen im Licht wie Fetische. Als Bildmotive sind Platten zu erkennen, die etwa die Form eines Kubus ergeben. Die leichte Bleistiftmine verwandelt sich hier in das Bild eines scharfkantigen Panzers. Schwerer können Zeichen nicht sein. MD

Galerie Hubert Winter, bis 17.3.


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