Der Triumph der Studierenden

Extra | aus FALTER 10/12 vom 07.03.2012

Man kann sie noch kilometerweit sehen, die Freudenfeuer am Dach der Wiener Hauptuni. Zwei Germanistikstudenten waren dort zuvor aus den Fenstern geklettert und hatten hoch oben über der Ringstraße die Lichter des Triumphs entzündet. Doch sie sind nicht alleine, bei weitem nicht: Die Rufe abertausender Studierender, die sich rund um die altehrwürdigen Gemäuer versammelt haben, schallen durch die Innenstadt - sie sind nicht hier um zu protestieren, nein, diesmal feiern sie!

Sie haben es geschafft - endlich - und plötzlich scheint alles möglich: Juristen und Politikwissenschaftler fallen sich im Votivpark in die Arme und knüpfen sich bunte Bänder ins Haar, die Wirtschaftsstudenten errichten ihre berüchtigten Cocktailstände ausnahmsweise am Campus im Alten AKH und geben den Orientalisten und den Afrikanisten Runde um Runde aus. Die trinken gierig, denn ihre Kehlen sind trocken von den Jubelgesängen. Auf den Straßen ohrenbetäubende Hupkonzerte - es ist kein Sieg der Studierenden,

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