Heul doch

Extra | Mara Simperler | aus FALTER 10/12 vom 07.03.2012

Warum heulen Frauen schneller beim Streiten als Männer? Und was können sie dagegen tun? Sollen sie was dagegen tun? Vorschläge einer Betroffenen.

Der Zorn ist ein mühsamer Begleiter. Er brodelt im Inneren vor sich hin, um irgendwann mit unkontrollierbarer Kraft auszubrechen. Manche schmeißen Porzellanteller an die Wand, andere rennen axtschwingend schreiend im Kreis. Ich heule.

Die metaphorischen roten Funken, die aus den Augen sprühen sollten, werden vom Rinnsal gelöscht, das sich seinen Weg über die Wangen bahnt und salzig auf den Lippen endet, die für das Gegenüber Worte der Wut und der Abscheu formen.

Dass ich zu heulen beginne, wenn ich zornig bin, ist keine bewusste Entscheidung. Es ist kein Druckmittel. Es ist einfach so. Könnte ich es abstellen, ich würde es sofort tun. Heulen, wenn man zornig ist und streiten will, macht noch zorniger. Denn heulen beim Streiten führt zu vier möglichen unbefriedigenden Entwicklungen:

1)

Mein Gegenüber hört auf zu streiten, weil ich ihm


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