Oh Wildnis, oh Schutz vor ihr

Sigrid Löffler | Literatur | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Immer mehr Romanfiguren kehren der Zivilisation den Rücken - und stellen sich der wilden Natur

Die Wildnis - das ist vor allem eine fixe Idee von Nordamerikanern. Noch vor 100 Jahren gab es im Norden des Kontinents viel raue und wilde Natur, grandios, erhaben und gefährlich. Das macht sie auch zum mehrdeutigen literarischen Topos. Die Wildnis ist seit Henry Thoreaus "Walden“ ein amerikanischer Mythos: der romantische Sehnsuchtstraum vom unschuldigen, natürlichen und selbstbestimmten Pionierleben in freier Wildbahn.

Doch ist die Wildnis immer auch ein bedrohlicher Ort der Prüfung: unkartografiert und undurchdringlich genug, um Pioniere zugrunde zu richten. Die winzigste Unachtsamkeit, das kleinste Versehen können sich tödlich rächen. Nur wer keinen Fehler macht, kann in der Wildnis überleben. Vielleicht.

Diese zweischneidige Sehnsucht, sich in einer so großartigen wie feindseligen Umwelt zu behaupten, ganz auf sich allein gestellt, treibt auch die Romane heutiger Autoren an. Für

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