Die Südsee vor 100 Jahren

Literatur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

In Christian Krachts Roman "Imperium“ wird ein deutscher Auswanderer irre - und die Welt spielt verrückt

August Engelhardt kommt aus Nürnberg. Viel mehr Deutsches als Name und Herkunft lässt sich auf den ersten Blick nicht an ihm finden. Engelhardt, ein junger Philosoph mit hochtrabenden Visionen, ist leidenschaftlicher Bartträger, Vegetarier, Nudist und Buddhist - was ihn Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland zum Außenseiter macht, vielmehr zu einem Vorreiter, wie er es sieht. Er muss hier raus.

Sein großes Ziel ist es, die Überlegenheit der Kokosnuss gegenüber allen anderen Speisen und Getränken zu beweisen. Entsprechend gern philosophiert er über die Vollkommenheit der tropischen Frucht: "Wer sich ausschließlich von ihr ernährte, würde gottgleich, würde unsterblich werden.“ Die Ernährungsgewohnheiten seiner Landsleute erscheinen ihm umso grobschlächtiger und dumpfer. Bei einem seiner letzten Besuche in der Heimat fährt er durch Berlin - fassungslos: "Ein paar Haltestellen


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