Schweigende Kinder, abwesende Väter

Leo Federmair | Literatur | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Die Kindheit ist Thema der neuen Bücher von Raoul Schrott und Paulus Hochgatterer

Ein Kind verstummt“ lautet die fünfte poetologische Grundfigur nach Paulus Hochgatterer. Insgesamt kommt er in seinen Zürcher Poetikvorlesungen auf acht solcher Figuren, die er in betont einfachen Sätzen formuliert. Existieren, sprechen, erzählen, schreien, verstummen, zuhören, spielen, sterben, das sind in der Tat grundlegende menschliche Vermögen und Gebrechen; Zeichen, dass etwas stimmt oder nicht stimmt.

Hochgatterer hat sie in Zürich, während er allerhand Geschichten aus seinem Leben und seiner Praxis erzählte, wie nebenbei aufgelistet und, seiner alltäglichen beruflichen Tätigkeit entsprechend, auf "das Kind“ und seine Entwicklung bezogen. Erzählen, bekräftigt er in seinen Ausführungen, ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, die dem Individuum Identität und der Gruppe Zusammenhalt sichert. Wo nicht erzählt, nicht mehr zugehört, nicht mehr gespielt (und nachgeahmt, ausprobiert)

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