Wie man die Sprache des Fußballs liest

Literatur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Ein Sammelband mit Fußballtexten des Germanisten und Rapidanhängers Wendelin Schmidt-Dengler

Gleich der zweite Satz bringt dieses Buch auf den Punkt. Er lautet: "Fußball ist für mich primär Sprache.“ Wendelin Schmidt-Dengler (1942-2008) war nicht nur der renommierteste Germanist des Landes, sondern auch bekennender Fußballfan und Rapidanhänger.

Intelligenten Fußballern sagt man nach, sie könnten ein Spiel "lesen“. Inwiefern Schmidt-Dengler das konnte, weiß man nicht. Wenn er über Fußball schrieb, blieb er bei seinem Leisten. Für ihn war der Fußball ein Erzähler, auch ein Dramatiker. Es ging Schmidt-Dengler um die Geschichten, die der Fußball schreibt, um die Tragödien oder auch Komödien, die er aufführt.

Der Zuschauer, schreibt Schmidt-Dengler, könne sich beim Fußball mit elf Figuren identifizieren, mit ihnen lachen oder weinen. Als Beispiel führt er Tormann David Seaman (FC Arsenal) an, der in der Verlängerung eines Europacupfinales von der Mittellinie aus überhoben


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