Was der Pofinger Anton gemacht hat

Literatur | Karl Duffek | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Prall: Franzobels neuer Roman "Was die Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind“

Es ist immer gefährlich, wenn Germanisten Romane schreiben. Die Kenntnis des literarischen Kanons verleitet sie dazu, dieses Wissen umfassend zur Schau zu stellen. Das gilt auch für Franzobel, der meint, für sein jüngstes Buch ein ganzes Arsenal an Themen, Stoffen und Techniken auspacken zu müssen. Für die Geschichte ist das nicht hilfreich.

Dafür wird die "Poetik“ frei Haus geliefert: "Ein Buch ist wie ein Garten, du musst da und dort etwas zum Blühen bringen. Ein Roman ist wie ein fragiles ökologisches Gleichgewicht. Das ganze Jahr hindurch bricht etwas anderes hervor, mal blüht es hier, dann da, mal schmeckt es bitter, dann wieder süß. Höhepunkt auf Höhepunkt. Die Motive sind wie Pflanzen, die miteinander kommunizieren, sich ergänzen, aber wenn man nicht aufpasst, können sie sich gegenseitig das Licht wegnehmen. Es muss wuchern, gleichzeitig muss es Wege geben, sonst verheddert


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