Die Frage, ob das Alter weise macht

Literatur | Daniela Strigl | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Stewart O’Nan erliegt in seinem neuen Roman dem Reiz des Banalen, Zeruya Shalev glaubt mehr an Pathos

Am Ende von Stewart O’Nans monumentalem Familienroman "Abschied von Chautauqua“ (2005) packt Grandma Emily Maxwell, wieder zurück in Pittsburgh, die Golfschläger aus. Ein letztes Mal hat die Familie den Sommerurlaub am Lake Chautauqua, Upstate New York, verbracht, nach dem Tod von Emilys Mann Henry soll das Haus verkauft werden.

Am Anfang von "Emily, allein“ steht wieder eine Autofahrt, wieder ist Emily Beifahrerin, sie will mit ihrer Schwägerin zum supergünstigen Frühstücksbuffet ins Eat’n Park. Sieben Jahre sind vergangen, Golf spielt Emily nicht mehr, nach wie vor lebt sie allein in ihrem Haus, das heißt, nicht ganz allein, sondern mit ihrem alten Spaniel Rufus. Umfasste "Abschied von Chautauqua“ eine minutiös durchleuchtete Ferienwoche, so umspannt die viel schmälere Fortsetzung ein Dreivierteljahr im mühseligen Leben der 80-Jährigen, beginnend im grauen Pittsburgher


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