Epoche des permanenten Übergangs

Tobias Heyl | Literatur | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

David Bezmozgis steigt mit dem Roman "Die freie Welt“ in die Fußstapfen großer US-Erzähler wie Philip Roth

Im Jahr 1978 nahm die Weltgeschichte einen langen Anlauf zu dramatischen Veränderungen, die erst Jahrzehnte später sichtbar werden sollten. Aus dem Exil organisierte Ajatollah Chomeini eine Oppositionsbewegung, die ein Jahr später im Iran die Islamische Republik ausrufen sollte. In Rom wurde Karol Wojtyła zum Papst gewählt - eine Ermutigung für die jungen Demokratiebewegungen in Osteuropa. In Afghanistan putschten sich von der UdSSR unterstützte Sozialisten an die Macht und bereiteten den letzten großen Konflikt zwischen Ost und West vor, an dessen Ende die Sowjetunion zerfallen sollte. 1978 war kein Epochenjahr, aber es war auf vielen Schauplätzen ein Jahr des Übergangs.

1978 verlassen die Krasnanskys das damals noch sowjetische Riga. Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Wien verschlägt es die Familie nach Rom, von wo aus sie den Abschied von Europa organisieren will

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