Kein Muskelzucken bleibt unerwähnt

Jörg Magenau | Literatur | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Mit seinem großen Roman "Parallel-geschichten“ definiert Péter Nádas das Wort Wälzer neu

Ein Roman, sagte Péter Nádas einmal, sei eine höchst gewöhnliche Sache: "Er stapft in Erfahrung herum.“ Bezogen auf dieses gigantische Werk, an dem er 18 Jahre arbeitete, ist das eine maßlose Untertreibung. Beim bloßen Herumstapfen - womöglich mit Gummistiefeln im Uferschlamm? - würde man kaum so lange und so fasziniert zuschauen wollen. Vielmehr handelt es sich bei den "Parallelgeschichten“ um einen breiten Strom aus Sprache, der unterschiedlichste Erfahrungen aufzunehmen vermag. Weil die Sprache tragende Kraft entwickelt, kann man sich diesem Strom anvertrauen, auch wenn nicht abzusehen ist, wohin das führen wird.

Flüsse

Flüssen, allen voran der Donau, kommt eine große Bedeutung zu. Ein eindrucksvolles Kapitel (aber eigentlich sind alle Kapitel in der Genauigkeit der Beschreibungen eindrucksvoll) handelt davon, wie zwei Freunde in der Nähe des südungarischen Mohács bei einsetzender

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