Das Minenfeld Mutterschaft

Literatur | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Plötzlich Mama: Helen Walshs Roman über eine Frau, die durch Schlafentzug an den Rand des Wahnsinns gerät

Wild aufwachsende Schimpansenmädchen tun nichts lieber, als Mutter zu spielen. Mit allen Mitteln versuchen sie, den Schimpansenmüttern die Babys abzuluchsen. Sie scheinen zu wissen: Übung ist das halbe Leben. Bei den Menschen ging diese simple Einsicht am Beginn des 21. Jahrhunderts verloren. Zumindest im Liverpool von Helen Walshs "Ich will schlafen“.

Rachel, 30 Jahre alt, kommt aus einem liberalen bürgerlichen Elternhaus und hat sich nach dem frühen Tod ihrer Mutter entschieden, Sozialarbeiterin zu werden. Als sie bei einer schnellen Nummer im Stehen mit ihrer verflossenen Teenie-Liebe schwanger wird, überkommt sie ein "überwältigendes Gefühl des Schicksalhaften“: "Auf einmal wusste ich, was ich wollte, was ich schon mein ganzes Leben gewollt hatte. Ich war mir so sicher, so sicher wie noch nie zuvor.“ Natürlich wird sie diese Geschichte alleine durchziehen.

Kurz vor

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