Abenteuer bei Sloppy Louie’s

Literatur | Tobias Heyl | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Die meisterhaften literarischen Reportagen des US-Journalisten Joseph Mitchell sind neu zu entdecken

Manchem Kollegen beim New Yorker galt Joseph Mitchell als Kauz. Schweigsam, in Gedanken versunken, betrat er am Morgen sein Büro, aus dem niemals ein Geräusch drang. Genauso unauffällig verließ er abends seinen Arbeitsplatz. Wer zufällig einen Blick auf seinen Schreibtisch werfen konnte, entdeckte dort bestenfalls ein paar Bleistifte und einige Bogen unbeschriebenen Papiers.

Ausgerechnet diesem introvertierten Einzelgänger verdanken wir die vielleicht besten, sicher aber die ungewöhnlichsten Reportagen über die Stadt New York in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Der Diaphanes Verlag legt in diesem Frühjahr einen zweiten Band davon in deutscher Übersetzung vor - und gleich hier sei der Wunsch nach einer vollständigen Ausgabe angemeldet.

Mitchell war 21 Jahre alt, als er 1929 aus North Carolina nach New York kam. Mit einer Reportage über eine Tabakauktion hatte er einen Redakteur auf


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