Wie aus Erwin plötzlich ein Aharon wird

Literatur | Stephanie Doms | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Geheimnisvoll: der israelische Erzähler Aharon Appelfeld und sein "Mann, der nicht aufhörte zu schlafen“

Was bedeutet es, den Namen zu wechseln, der einem von den Eltern gegeben wurde, und in einem fremden Land ein neuer Mensch zu werden?

Erwin, ein 17-jähriger Junge aus Czernowitz, rettet sich in den Schlaf, in unzählige Träume, die seine zweite Realität geworden sind und in denen er nach Antworten sucht. In der Wirklichkeit kann er seine Zweifel nicht mitteilen, denn alle um ihn bemühen sich um eine neue Sprache und Identität. Es ist das Jahr 1946, und in Palästina versuchen viele Juden Wurzeln zu schlagen - neue, tiefere Wurzeln, die nicht mehr so leicht dem Boden entrissen werden können. Erwin heißt jetzt Aharon.

Unverkennbar autobiografisch ist Aharon Appelfelds Roman "Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen“. Auch der Autor, geboren 1932, wuchs wie sein Protagonist in Czernowitz auf, verlor seine Eltern im Krieg, überlebte ein Nazilager und gelangte über Italien nach


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