Leben in sanfter Resignation

Literatur | Julia Kospach | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Die Short-Story-Großmeisterin Alice Munro und ihr Erzählband "Was ich dir schon immer sagen wollte“

Liest man Alice Munros Erzählungen, schießt einem unweigerlich immer wieder ein Satz durch den Kopf: "Besser geht’s nicht!“ Gesagt hat ihn der US-Autor Richard Ford, der sich damit in die lange Reihe derer einreiht, die Alice Munro für unübertroffen gut halten. Die große alte Frau der kanadischen Literatur, deren gesamter Ruhm auf dem Genre der Short Story basiert, hat so viele Bewunderer, dass es fast wohlfeil ist, sie erneut zu loben. Aber was sollte man sonst tun?

Dabei kam ihr Erfolg im Zeitlupentempo, und die Short Story, die ihn begründete, war ursprünglich nicht einmal Munros freie Wahl. Die Entscheidung, sich an die kurze Form zu halten, wurde aus der Not geboren. "Ich hatte keine Zeit, etwas anderes zu schreiben - ich hatte drei Kinder“, sagte die 1931 geborene Autorin einmal. Dort, wo Alice Munro herkommt, war eine literarische Karriere für junge Frauen nicht vorgesehen.


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