Kafka kocht, und Nietszche schreibt man anders

Literatur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Mit "Formen der Verstörung“ legt Lydia Davis eine Reihe extrem kurzer, vor allem aber ziemlich witziger Erzählungen vor

Man könne eine Erzählung von Lydia Davis, so meinte ein Kritiker einmal, auch während einer roten Ameplphase im Auto lesen. Das ist richtig. Man kann - auch wenn dies aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht zu empfehlen ist - einzelne Geschichten sogar während des Autofahrens am Highway lesen. Die kürzesten, der in dem vor fünf Jahren im Original ("Varieties of Disturbance“, 2007) erschienen Erzählungen sind bloß einen Satz lang und kaum länger als ihr Titel. Die lustigste von ihnen heißt "Mutters Reaktion auf meine Reisepläne“ und geht so: "Gainsville! Zu schade, dass dein Cousin tot ist!“

Solche Super-Short-Storys tendieren naturgemäß zum Aphorismus, wobei aber nicht immer ganz klar ist, worin die Pointe besteht. "Armer Vater. Es tut mir leid, dass ich mich über dich lustig gemacht habe. Und jetzt schreibe ich Nietszche auch noch falsch.“

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