Dober dan, tristesse

Georg Renöckl | Literatur | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

In "Hotel Nirgendwo“, dem Debütroman von Ivana Bodrožiæ, verwandelt sich ein Hotel in ein Flüchtlingslager

Ein Vertriebener ist kein Flüchtling. Jedenfalls nicht für die namenlose Ich-Erzählerin in Ivana Bodrožiæs Roman "Hotel Nirgendwo“: Flüchtlinge, so nennt man die Bosniaken. Sie hingegen, ihre Mutter und ihr Bruder wurden von den Serben aus Vukovar vertrieben, während ihr Vater die Stadt als kroatischer Patriot bis zum letzten Augenblick kämpfend verteidigte.

Das Herumreiten auf der semantischen Nuance mag für Außenstehende schwer nachvollziehbar sein, für die Erzählerin ist es wichtig: Ihr ganzes Selbstbewusstsein gründet darauf, sehr viel mehr ist ihr nicht geblieben. Nach einer Irrfahrt durch Kroatien ist sie mit Mutter und Bruder in einem Hotel gestrandet, das zur provisorischen Unterkunft für die Vertriebenen aus Slawonien umfunktioniert wurde. Bald stellt sich heraus: Wer einmal hier ist, kommt so schnell nicht wieder weg.

Der Vater ist seit dem Massaker von

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