"Ich weiß, dass ich ein Ablaufdatum habe, ich weiß nur nicht, wann“ - Kurt Langbein

Sachbuch | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Kurt Langbein im Gespräch über das Wegschauen der unmittelbaren Umgebung von Krebspatienten nach der Diagnose, das Phantasma des perfekten Körpers und Möglichkeiten, die Heilungschancen zu verbessern.

Wie geht es Ihnen?

Kurt Langbein: Mir geht es prima. Ich bin so weit wiederhergestellt, dass ich sagen kann: Der Tumor ist weg. Ich weiß, dass ich ein Ablaufdatum habe, ich weiß nur nicht, wann das sein wird. So geht es eigentlich allen, nur die meisten Menschen haben das noch nicht so bewusst erfahren wie ich.

Warum ist Krebs so ein starkes Tabu?

Langbein: Das hat sehr viel mit der Angst vor dieser unheimlichen Krankheit zu tun. Mit meinem Buch wollte ich dagegen ankämpfen. Gegen die Angst und die Verzweiflung, die die Diagnose Krebs auslöst. Nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch in ihrem Umfeld. Ich habe die sich senkenden Blicke noch gut in Erinnerung, wenn das Thema zur Sprache kam. Paradoxerweise entsteht Krebs dadurch, dass unsere Sehnsucht nach Unsterblichkeit erfüllt wird.


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