Bombastklassizismus und Futurismus


Matthias Dusini
Sachbuch | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Architektur: Ein Prachtband demonstriert, wie der faschistische Städtebau das Antlitz Italiens veränderte

Als am 13. November 1937 in der Wiener Secession eine Ausstellung über italienische Stadtbaukunst eröffnet wurde, beugte sich Bundeskanzler Kurt Schuschnigg beeindruckt über das Architekturmodell in der Mitte des Saales. Es zeigte eine vom römischen Petersplatz bis zur Engelsburg führende Prachtallee, die die Größe des faschistischen Staates demonstrierte: Ihre Bauten waren in unmittelbarer Nachbarschaft zum Monumentalismus der Papstbauten platziert.

Hunderte Altstadthäuser mussten dafür planiert werden. Mit futuristischem Furor brach das autoritäre Regime Schneisen in die über Jahrtausende gewachsene Stadt. Antike Baudenkmäler wurden ausgegraben, dann wieder zugeschüttet, um neuen Straßen Platz zu machen.

Die Gigantomanie dieser Projekte muss dem österreichischen "Duce“ die Harmlosigkeit der eigenen städtebaulichen Anstrengungen vor Augen geführt haben. Lediglich

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