Waten durch den Sumpf der Unzumutbarkeit

Stephanie Doms | Sachbuch | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Zeitdiagnose: Im vierten Band seiner Journal-Reihe gibt Karl-Markus Gauß den grantelnden Polemiker

Wer denkt, er wisse viel, kann sicher sein: Karl-Markus Gauß weiß mehr. Und so legen wir "Ruhm am Nachmittag“, den vierten Teil von Gauß’ Journal-Reihe, wortlos und etwas eingeschüchtert zur Seite. Immerhin hatten wir beim Lesen dieses klugen Buches den Einstein’schen weißen Wuschelkopf und Schnurrbart vor Augen, mit denen der renommierte Salzburger Autor in der Öffentlichkeit gern schulmeisterlich Respekt einflößt.

Doch: Wir sind nicht überzeugt. Die kurzen bis mittellangen Textstücke fügen sich, anders als individuelle und doch zusammengehörige Mosaiksteine, nicht wie selbstverständlich zu einem großen Ganzen zusammen, auch nicht im größeren zeitlichen Kontext der Nullerjahre, in dem das Buch inhaltlich ebenso angesiedelt ist wie die drei Vorgänger-Journale "Mit mir, ohne mich“ (2002), "Von nah, von fern“ (2003) und "Zu früh, zu spät“ (2007).

Manches wirkt allzu

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