Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne

Alfred Pfoser | Sachbuch | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Geschichte: Der australische Historiker John Hirst trimmt Europas Geschichte auf flott und kurz

Der ganze Shakespeare an einem Abend? Das kennen wir. Aber die ganze Geschichte Europas auf 208 Seiten, das schaffen nicht einmal unsere Schulbücher. Da muss man als Historiker aus Australien stammen und Gleichgültigkeit für die große Menge europäischer Besonderheiten entwickelt haben, sonst ist so ein Unternehmen nicht zu schaffen. Dass Österreich, auch unsere stolze, 1918 entschwundene k.u.k. Monarchie, nicht vorkommt, ist da nur ein unwesentliches Detail.

Ob das schnoddrige Selbstbewusstsein schon vor der Verfertigung des Buches da war oder als dessen Ergebnis entstanden ist, lässt sich nicht eruieren. "Die kürzeste Geschichte Europas“ wartet jedenfalls mit jeder Menge flotter Sprüche, vereinfachender, manchmal ziemlich alberner Sager und spöttischer Wertungen auf, die normalerweise in Geschichtsbüchern nichts verloren haben. Eine Prise Monty Python sollte rein, auch wenn John Hirst,

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