Gewaltherrschaft der Freiheit über die Tyrannei

Sachbuch | Fritz Trümpi | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Geschichte: Uwe Schultz’ Doppelbiografie über Ludwig XVI. und Robespierre liest sich wie ein Roman

Was sich nüchtern Doppelbiografie nennt, könnte glatt als historischer Roman durchgehen: Uwe Schultz präsentiert eine knapp 400-seitige Geschichte der Französischen Revolution, die sich im Nu gelesen hat, als wäre es beste Prosa. Und mit den Quellenverweisen hält es Schultz obendrein so, als ob er Fiktion betriebe. Sie fehlen komplett, sieht man von direkten Zitaten historischer Persönlichkeiten ab. Wo der Autor seine Kenntnisse jeweils herhat, muss man sich anhand der dem Buch beigefügten Bibliografie somit selbst zusammenreimen.

Die Französische Revolution von den Hauptrepräsentanten her in den Blick zu nehmen erweist sich indes als kluger dramaturgischer Kniff: Durch die Parallelführung der beiden diametral entgegengesetzten Perspektiven - hier jene des vom Niedergang der Monarchie gezeichneten Königs, dort die des narzisstischen und sich beständig radikalisierenden Revolutionärs


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