Sein erotischer Geruch, seine Haptik und sein Knistern

Sachbuch | Veronika Seyr | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Kulturgeschichte: Lothar Müller erzählt in "Weiße Magie“ die 2000 Jahre alte Geschichte des Papiers - und der westlichen Kultur

Der Weg begann vor annähernd 2000 Jahren, und die Spur zieht sich von Peking nach Samarkand in Zentralasien, von Kairo und Bagdad nach Damaskus, und aus den nordafrikanischen Provinzen endlich ins Europa des 13. Jahrhunderts.

Nutzten die Chinesen neben Seide vor allem den Bast des Maulbeerbaumes, die Inder die Blätter von Palmengewächsen, so bevorzugten die Ägypter Papyrusstauden, die an den ruhigen Ufern des Nils reichlich wuchsen. Im "Haus der Weisheit“ des Bagdad zwischen dem achten und neunten Jahrhundert verfeinerte man die Papierproduktion durch Flachs und Hanf.

Papiergeschäfte zur Zeit des bildungssüchtigen Sultan Harun El-Rashid waren nicht einfach Krämerläden, sondern wissenschaftliche Zentren, die von Gelehrten und Schriftstellern geführt wurden. Marco Polo bewunderte in seinen Reiseaufzeichnungen aus China 1298 das ihm unbekannte, dort weitverbreitete


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