Kunst  Kritiken

Skulptur I: Mauerzöpfe aus Plastik

Lexikon | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Leicht wie Flocken sollte sie sein, dann nimmt die Skulptur der Architektur ihre Schwerfälligkeit. Sophie Hirsch probiert in ihrer Ausstellung "Heut’ schau ich mir schöne Bilder an, damit ich besser schlafen kann“ diese Möglichkeiten der Bauplastik aus. Ein Haufen von Plastikfolien ("o.T. #1“, 2012) bekommt, von hinten angestrahlt, die plastische Anmutung einer Wolke. Oder wie die einer Welle, die sich durch die Flügeltüren schiebt. Bei einem Aufenthalt in Südamerika beobachtete die Künstlerin in Favelas das Recycling von Plastikfolien. Diese armen Techniken wandte sie zur Herstellung von barock geformten Objekten an. Ein Aluminiumrohr drückt einen Wust aus dicken, geflochtenen Zöpfen und Stricken an die Wand; unheimlich wie ausgreifende Krakenarme wuchern die Gebinde aus Altplastik hinter semitransparenten Wänden. Waoh! MD

Projektraum Victor Bucher, bis 17.3.


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