Kunst  Tipp

Skulptur IV: abgebrannte Unsterblichkeit

Lexikon | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Urs Fischer: "Urs und Tisch“, 2011

Der Schweizer Künstler Urs Fischer steht für das Anknüpfen an traditionelle Themen der Skulptur wie der menschlichen Figur, die er allerdings mit viel Ironie und Groteskem wiederbelebt. Ein knöcherner "Sonnenaufgang“ besteht aus einem Skelett, das auf einer Parkbank den Hintern zu einer sexuellen Pose in die Höhe reckt. Eine Allegorie der Vergänglichkeit schuf der Kunstmarktstar durch ein Selbstporträt von 2011. Als brennende Kerze an einem Tisch mit Cognacflasche sitzend, schwindet das wächserne Ebenbild des Künstler jeden Tag ein Stückchen mehr. Die Retrospektive stellt Fischer als bild- und bildungshungrigen Interpreten der Kunstgeschichte vor, der sich sowohl im Surrealismus als auch im Spätbarock zu Hause fühlt. MD

Kunsthalle Wien, bis 28.5.


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