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Regieren mit Biss: Meryl Streep als "Eiserne Lady“

Lexikon | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Nun hat Meryl Streep ihren dritten Oscar. Ihr Spiel als von 1979 bis 1990 vehement privatisierende, heute dement halluzinierende Margaret Thatcher ist ultimative Verkörperung, maskenbildnerisch perfekt unterstützt. "Die eiserne Lady“ zelebriert dickbeiniges Schlurfen, verwirrtes Starren und (im Gefolge des stotternden Vorjahrs-Oscar-Königs von England) Soundnuancen einer redseligen Regentin, die verbissen und mit Vorbiss die Form wahrt. Das tut auch der Film, in wasserdichter Einheit von Stil und Sujet, One-Woman-Show einer Unbeirrten, die zuletzt eingeholt wird von ihrer Abhängigkeit von der Welt, zumal dem ihr erscheinenden verstorbenen Gatten. Vor dieser Folie wird alles eins: Männerwelt der Politik, Streikende in Rage, Berater in Sorge. Die Regie stammt von Phyllida Lloyd, die nach "Mamma Mia!“ dem neokonservativen Retrofach treu bleibt. DR

Derzeit in den Kinos (OmU im Votiv, OF im Burg)


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