Vor 20 Jahren im Falter  Wie wir wurden, was wir waren

Na, Swobsi?

Falter & Meinung | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Es gab eine Zeit, man kann es sich nicht einmal mehr ansatzweise vorstellen, da war der Kampf um die Nachfolge Helmut Zilks in vollem Gang. Es war aber weniger ein Kampf als vielmehr ein Wiegen diverser Köpfe, welchen Kandidaten sich der lautstarke Helmut wohl aussuchen würde: den Michl oder den Swobsi.

Ja, genau, den Swobsi. Die Sache mit Häupl schien bei weitem nicht so logisch und unausweichlich, wie sie im Rückblick aussieht. Andererseits konnte man im Falter Dinge lesen, die den Schluss nahelegten, Hannes Swoboda betreibe seine Kandidatur nicht gerade mit äußerster Brutalität. Zum Beispiel schrieben Monika Gentner und Thomas Vašek: "Hannes Swoboda denkt lieber zweimal zu viel nach als einmal zu wenig. Das unterscheidet ihn gerade von Helmut Zilk. Zum amtierenden Bürgermeister verhält sich Swoboda wie der Schachspieler zum Schwergewichtsboxer. Analytisches Argumentieren und ab und zu auch zögerliches Herumlavieren stehen gegen instinktgeleitete, manchmal unüberlegte Aktion. Was dem Schachspieler im Ring widerfahren würde, kann man sich unschwer vorstellen.

,Ein solches Amt strebt man nicht an‘, sagt Swoboda., Das ist Schicksal.‘ Ja, ja, wissen wir. Und wenn das Schicksal nun in der wohlvertrauten Gestalt des Helmut Zilk daherkäme, mit den Worten:, Na, Swobsi, traust das zua?‘ - dann würde er wohl Ja sagen. Wie alle anderen auch, beeilt er sich hinzuzufügen.“

Heute ist Swoboda bekanntlich Fraktionschef der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, eine Funktion, die der österreichischen Öffentlichkeit ziemlich weit hinten am Arsch vorbeigeht.

Ein zweite Gründerzeit stand vor 20 Jahren auf dem Wiener Speisezettel. Die Rede war von einem Guggenheim-Museum in Wien, das naturgemäß ebenso wenig zustande kam wie jenes in Salzburg. Immerhin lag eine Machbarkeitsstudie vor, und Falter-Kulturchef Klaus Nüchtern bat in seinem Meinungskästchen zwei Platzhirsche um Kommentare. Pro: Oswald Oberhuber, Kontra: Peter Noever. aT


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