Seinesgleichen geschieht  Der Kommentar des Chefredakteurs

Ein Jahr nach Fukushima: Wetten, dass Atomkraft keine Frage des Glaubens ist?

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

M ichael Fleischhacker, Chefredakteur der Presse, schrieb ein Jahr nach Fukushima, noch immer gebe "die Interpretation der Ereignisse und ihrer Folgen fast ausschließlich Auskunft über den ideologischen Standpunkt des Interpreten“. Kurz, die Sache mit der Atomkraft bleibe nach wie vor eine Glaubensfrage. Die einen glauben daran, die anderen eben nicht.

Man könnte meinen, hier sei wieder einmal einer das Opfer seiner unglücklichen Liebe zum kontrafaktischen Argument geworden. Sogar das britisch-abgeklärte Magazin Economist hält neuerdings die Aussichten der Atomkraft für mies, weil sie durch den Gau von Fukushima zu teuer geworden ist, selbst für den Fall, dass fossile Energieträger hoch besteuerten würden. Fukushima und Tschernobyl haben die Utopie einer globalen, sauberen und sicheren Energiequelle namens Atomkraft endgültig erledigt.

Fleischhacker könnte das gewiss akzeptieren, sähe er nicht gleichzeitig einen Menschenwall triumphierend grinsender, "Atomkraft? Nein danke“-Buttons


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