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Können Ihnen unsere Popowackler helfen, Herr Jafarov?

Politik | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Am 14. Mai findet der Eurovision-Songcontest in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku statt. Der Menschenrechtsaktivist Rasul Jafarov reist gerade durch Europa, um mit der Kampagne "Sing for Democracy“ auf die bedenkliche Menschenrechtssituation in Aserbaidschan aufmerksam zu machen. Am Montag war er auf Einladung der Grünen in Wien, um für seine Kampagne zu werben.

Herr Jafarov, was wollen Sie mit Ihrer Kampagne erreichen?

Wir wollen die Lage in Aserbaidschan in mehreren Punkten verbessern: Politische Gefangene sollen freigelassen werden, der öffentlich-rechtliche Sender in Aserbaidschan soll Meinungspluralismus zulassen. Neben der Meinungsfreiheit in den Medien fordern wir, dass die Verfolgung von Menschenrechtsaktivisten und unabhängigen Anwälten aufhören muss. Außerdem wollen wir das Recht auf Eigentum schützen - in Baku wurden Häuser zerstört und 20.000 Menschen illegal abgesiedelt, um die Stadt für den Songcontest verschönern zu können.

Ihre Kampagne heißt "Sing for Democracy“. Wie kann man mit Gesang die Welt verändern?

Wir haben den Titel nicht gewählt, weil wir wollten, dass Menschen singen. Es war als Botschaft an Europa gedacht: Die Menschen, die zum Songcontest kommen, sollen ihre Augen nicht verschließen. Sie sollen sich für die Menschenrechtslage in Aserbaidschan interessieren.

Das Duo Trackshittaz wird Österreich mit dem Lied "Woki mit deim Popo“ vertreten. Was können die beiden tun, um in Ihrem Land etwas zu bewegen?

Wir haben uns bereits an alle Sänger gewandt. Sie können helfen, indem sie ihre Unterstützung zeigen - nicht unbedingt auf der Bühne, aber in Pressekonferenzen. Sie können etwa die Namen von politischen Gefangenen erwähnen und sich für politische Freiheit in Aserbaidschan aussprechen.

Anruf: B. narodoslawsky


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