Guerillakampf der Selbstständigen

Politik | Bericht: B. Narodoslawsky | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Wie in Not geratene Kleinunternehmer es schafften, ihre Sozialversicherung ins Wanken zu bringen

Am Anfang war Werner Brix, der sein T-Shirt auszog. Halbnackt stand der Kabarettist in der Zentrale der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA), auf seinem Buckel der Satz "Mein letztes Hemd hat die SVA“. Nacheinander entkleideten sich seine Mitstreiter und drückten den SVA-Mitarbeitern ihre Shirts in die Hände. Es war der Beginn eines medialen Guerillakampfes. Sollte die Sozialversicherung zugunsten der Allein- und Kleinstunternehmer umgekrempelt werden, wie Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und SVA-Obmann Christoph Leitl (ÖVP) jüngst angedeutet haben, dann ist es der Erfolg dieser hemdenlosen Männer und Frauen, die im Mai 2011 erstmals die Schwächen ihrer Versicherung entblößten.

Die Sozialversicherung ist im Prinzip wichtig und gut, aber seit knapp einem Jahr schreien Selbstständige mit Aktionismus um Hilfe, weil sie die Pflichtbeiträge nicht mehr bezahlen können.

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