Mit dem Rücken zur Wand

Politik | Bericht: Ruth Eisenreich | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

In der Siedlung Wolfersberg zeigte der rote Wohnbaustadtrat Michael Ludwig seine kapitalistische Seite

Vom "Schutz der Bewohner“ und davon, dass Wohnen in Wien leistbar bleiben müsse, spricht der Wiener SPÖ-Wohnbaustadtrat Michael Ludwig gern in Inseraten und Interviews. Gottfried Krause gerät in Rage, wenn er das liest.

Krause ist Leiter des Arbeitskreises Baurecht im Wiener Siedlerverband. Er hat in den letzten Monaten Menschen vertreten, denen das Rote Wien seine kapitalistische Seite gezeigt hat: Die Stadt hat die jährlichen Kosten für den Grund, auf dem ihre Häuser stehen, um 2000 Prozent angehoben.

Das Zweifamilienhaus der Familie Bozova zum Beispiel. 120.000 Euro haben die Bozovas in die laufende Renovierung gesteckt, seit sie es im Jahr 2003 gekauft haben.

Jetzt ist die eine Hälfte des Hauses, wo Neli und Vasil Bozova mit ihrem Sohn wohnen, strahlend weiß gestrichen. Von den Wänden der anderen Hälfte blättert der Putz, hinter einer abgerissenen Regenrinne klemmt ein Schild


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