Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Neun Schüsse auf eine Frau. War das noch gerechtfertigt?

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Neun Schüsse auf eine psychisch kranke Frau, die mit einem Messer auf einen Polizisten losgeht? Hat die Exekutive vergangene Woche in der Goldschlagstraße korrekt gehandelt? Die Justiz und ein steirisches Ermittlerteam prüfen den Fall.

Die Öffentlichkeit ist zu Recht misstrauisch geworden, wenn die Polizei die Dienstwaffe zückt. Und das hat seine Gründe: 1999 wurde ein Mann, Imre B., in seinem Wagen erschossen, weil der Polizist die Türe öffnete und sich dabei unglücklicherweise "aufgrund eines Greifreflexes“, wie das Gericht urteilte, auch seine zweite Hand zusammenkrallte und daher die Dienst-Glock auslöste. Freispruch.

Kurz darauf starb Benali I., der Polizisten mit Mineralwasserflaschen beworfen hatte. Freispruch.

Am Josefsplatz wurde ein Lkw-Lenker erschossen. Die Aktion glich einem Chaos, urteilte der UVS.

In Krems schoss ein Polizist den 14-jährigen Florian Pirker aus zwei Metern Entfernung in den Rücken. Pirker erlag seinen Verletzungen. Schuldspruch, der Polizist versieht aber weiter Dienst.

Stets gab die Polizeispitze zuvor an, dass alles korrekt gewesen sei - so auch im aktuellen Fall. Die Frau schwebte bei Redaktionsschluss in Lebensgefahr. F


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