Kirchmöser ohne Klingelton

Filmkritik: Michael Omasta | Feuilleton | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Christian Petzolds "Barbara“ spielt in einer Zeit, als es die DDR noch gab, allerdings keine Handys und Energiesparlampen

Dort vorm Holzkreuz, wo der Weg nach rechts abzweigt, fährt der Wind ständig durch die Blätter der Bäume. Zumindest immer dann, wenn Barbara mit ihrem Fahrrad an dem kleinen Waldstück vorbeikommt. Und viel mehr als dieses Tosen wird der Film über die Gefühle seiner Titelheldin auch nicht verraten.

Barbara ist Ärztin und "total Berlin“, wie ihre Kollegen in dem Provinzkrankenhaus, in das sie gerade versetzt worden ist, etwas abschätzig sagen. Die kleinen Gemeinheiten, scheint’s, haben System. Die Wohnung, die man Barbara zuweist, ist eine Bruchbude, ihre Vermieterin alles andere als freundlich.

Leicht wird sie’s hier nicht haben. Von ihrem ersten Auftritt an - Barbara steigt aus dem Bus, nimmt Platz auf einer Parkbank und raucht eine Zigarette, bis ihre Schicht beginnt - steht sie unter Beobachtung. Schauplatz der Geschichte ist Mecklenburg-Vorpommern, ein

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