Papstbier und Papstmuffins in Marktl am Inn

Feuilleton | Filmkritik: Cristina Nord | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Romuald Karmakars "Die Herde des Herrn“ erkundet die Synthese aus Frömmigkeit, Geschäftssinn und Schokoglasur

Romuald Karmakar hat eine eigene Art, Fragen zu stellen. Neugierig wendet er sich seinem Gegenüber zu, ohne sich anzubiedern, und es kümmert ihn dabei nicht, ob dieses Gegenüber ein frommer Katholik, ein Berliner Puffbetreiber, ein Raver oder ein Fremdenlegionär ist. Er bleibt sanft und doch beharrlich, und indem er sich auf Nebensächliches, scheinbar Unbedeutendes konzentriert, bringt er das Absurde einer Situation zum Vorschein.

Zu sehen ist Karmakar dabei nicht. Seine Stimme kommt aus dem Off. In seinem neuen Film, der Dokumentation "Die Herde des Herrn“, macht er von diesem Interviewgeschick ausgiebig Gebrauch. In einer der ersten Szenen spricht er mit einem Konditor in dem bayerischen Städtchen Marktl am Inn. Der Mann und sein etwa sechs Jahre alter Sohn stehen im Vordergrund des Bildes, im Hintergrund ragt das Geburtshaus von Benedikt XVI. in die Höhe, dessen Wahl


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