"Die sieht irgendwie deutsch aus“

Feuilleton | Porträt: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Die in Aserbaidschan geborene deutsche Autorin Olga Grjasnowa liefert das Romandebüt der Saison

Elf Jahre war Olga Grjasnowa alt, als sie mit ihrem russischen Vater und ihrer jüdischen Mutter vom aserbaidschanischen Baku nach Deutschland kam - und in der tiefsten Provinz landete; eine Erfahrung, die sie durchaus nicht als traumatisch empfand: "Die ersten zwei Jahre waren hart. Aber dann hatte ich mir die neue Sprache angeeignet. Eigentlich ging es uns gut. Wir kamen als Kontingentflüchtlinge. Die erste Zeit waren wir in einem Asylwerberheim, aber wir bekamen sofort eine Aufenthaltsgenehmigung.“

Geprägt hat Grjasnowa die Erfahrung natürlich schon. So sah sie sich als Jugendliche bald mit rassistischen Ressentiments konfrontiert. Wobei sie zufällig das Glück hatte, nicht ausgeschlossen, sondern eingemeindet zu werden. "In der Großstadt ist es heute kein Thema mehr, wie man aussieht. Und bei uns auf dem Land in Hessen hat mir meine helle Hautfarbe geholfen. Ich war die Einzige aus


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