Berliner Umspannwerk der Diskurse

Feuilleton | Redaktion: Sbesuch: Thomas Edlinger | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Mehr Frauen, mehr Pop, weiterhin hohes Niveau. Die neue Leitung der Zeitschrift Merkur nimmt eine Imagekorrektur vor

In den Bücherregalen des sogenannten Berliner Zimmers der Merkur-Redaktion im Westberliner Bezirk Charlottenburg stehen alle Jahrgänge des Merkur seit 1947 Spalier. An dem mächtigen Schreibtisch in diesem Oval Office der deutschen Edelpublizistik debattiert man seit Jahrzehnten nicht nur die Themen der Zeit, sondern vor allem jene, die nicht so recht in die Zeit passen wollen. Seit den 1980er-Jahren wurden diese Sondierungen Apostelgespräche genannt. Auf der Agenda standen die ästhetische Kategorie des Bösen genauso wie der Verfassungspatriotismus der wiedervereinigten Republik. In jährlichen Themenheften widmete man sich den Ressentiments der Intellektuellen, dem verlorengegangenen Heroismus oder dem wahren, vielleicht doch noch irgendwie heroischen Nonkonformismus.

Verantwortlich für dieses letzte, für eine Ära paradigmatische Themenheft mit dem zackigen Titelappell


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