Als die Bauarbeiter noch Aktentaschen trugen

Feuilleton | Kabarettkritik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Der Kabarettist Lukas Resetarits ist zwar schon älter, aber noch nicht alt. Und auf der Bühne ist er immer noch ganz der Alte

Es gehört zu den charmanten Besonderheiten der deutschen Sprache, dass ein älterer Herr jünger ist als ein alter. Lukas Resetarits zum Beispiel, der im Oktober 65 Jahre wird, ist noch kein alter Mann, aber durchaus schon älter. Resetarits, so viel vorweg, sieht wie das blühende Leben aus. Und der dunkle Dreiteiler, den der Kabarettist in seinem 24. Soloprogramm trägt, steht ihm ausgesprochen gut. Der Titel "Un Ruhe Stand“ spielt darauf an, dass Resetarits heuer das gesetzliche Pensionsalter erreicht - aber natürlich nicht daran denkt, eine Ruhe zu geben.

Das Thema ergibt sich also von selbst, und das ist gut so. Resetarits ist immer dann am besten, wenn er einfach so aus dem Leben plaudert (oder glaubhaft den Anschein erweckt, das zu tun). Unter anderem kommt er auf die körperlichen Auswüchse des Alters zu sprechen, etwa das Doppelkinn ("Aus meinem Goder


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