Ohren auf  Sammelkritik: Veröffentlichungsoffensive des Jazzpianisten Chick Corea

Chick und Gary machen Musik

Feuilleton | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Als "Chamäleon des Jazz“ hat ein Kritiker den aus Massachusetts stammenden Pianisten Chick Corea einmal bezeichnet. Corea hat Miles Davis in den Jazzrock begleitet, mit seiner Band Return to Forever selbst Fusion-Geschichte geschrieben und innerhalb von nur zwei Jahren das grandiose Free-Jazz-Projekt Circle (u.a. mit Anthony Braxton) ins Leben gerufen und gemeinsam mit dem Vibrafonisten Gary Burton auf ECM das romantische Erfolgsalbum "Crystal Silence“ eingespielt.

Dass es die beiden mittlerweile, nun ja, doch gesetzten Herren es noch immer "draufhaben“, beweisen sie auf "Hot House“ (Universal), auf dem Tadd Damerons Bebop-Hit mit nachgerade maschinenhafter Präzision exekutiert wird. Mitunter geht es vielleicht etwas gar schwelgerisch zu, wird Carlos Jobims "Chega de Saudade“ die Melancholie genommen, die man gemeinhin mit diesem Begriff verbindet und "Time Remembered“ etwas von der Intimität, die man mit dem Namen des Pianisten Bill Evans assoziiert, aber die ungewohnt flotte

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