Das Tröpferlbad

Stadtleben | Bestandsaufnahme: Birgit Wittstock | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Die Stadthallenbadsanierung sei in die Hose gegangen, heißt es - die Architekten halten das Projekt für gelungen

Die letzten Fliesen sind längst verlegt, die Kästchen eingebaut, die Garderoben fertiggestellt. Die Trinkbrunnen müssten nur aufgedreht werden, schon könnten sich durstige Saunagänger daran laben. Doch im matten Tageslicht tanzen Milliarden feiner Staubkörnchen, die alles in eine zentimeterdicke, weiße Schicht hüllen; wie Schnee im tiefsten Winter.

In den Türstöcken flattern Plastikplanen, und da, wo Eltern ihren Kindern unter Geschrei die Haare kämmen könnten, liegen leere Zigarettenpäckchen, Colaflaschen und Einwickelpapier, zusammengeknüllt in einem Pizzakarton. Der letzte Mittagsimbiss der Arbeiter. Wann sie zurückkommen werden - keiner weiß es. Seit Mai 2010 ist das Stadthallenbad nunmehr geschlossen. Nach dem gerichtlichen Baustopp arbeiten nun wieder ein paar wenige Firmen. Die, die nicht dem Betretungsverbot unterliegen.

Die Suche nach den Schuldigen hat


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