Kulinarische Meisterwerke IV

Zum vorerst letzten Mal serviert: eine Kreation für die Ewigkeit (und für die Jahreszeit)

Stadtleben | Gerichtsbericht: Werner Meisinger | aus FALTER 11/12 vom 14.03.2012

Ich habe Freunde mit luxuriösem Lebensstil. Sie verbringen die trüben Jahreszeiten in den Premiumherbergen der Algarve und auf Madeira und setzen sich flugs in ein Flugzeug, wenn irgendwo auf der Welt Big Bottles geschlachtet werden. Derartige Beziehungen sind vorteilhaft, denn so kann ich mich kostengünstig über die Zeitläufte in der Hochgastronomie informiert halten. Oder in dem, was man für eine solche hält.

Letztens berichtete ein stilistisch hochmögender Freund über den Stand der Verpflegung im Waldorf in New York. Das interessierte mich, weil ich ja unmodern bin und mich in traditionsreichen Häusern besser erhole als in mostangesagten Designerhotels.

Ich meine: Eine klassische Dover Sole im barocken Saucenkleid macht mehr Sinn als jede linksdrehende Anchovis-Espuma. Jedenfalls macht sie satter. Und nach einer solchen Scholle, auf die nach der alten Art eine Hochrippe mit Pommes Duchesse oder ein Filet Wellington folgt, worauf ganz unvermeidlich mit Soufflée, Eis und Früchten


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