Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Die Redaktion erklärt sich selbst

Die Schweizer sind fleißige Leute. Fragt man den Schweizer und die Schweizerin, ob sie mehr Urlaub brauchen, sagen sie: "Nein, gewiss nicht“ (in der Landessprache: "Sücher nüüt!“). Die Schweizer brauchen viel Zeit, um zu arbeiten. In Österreich geht es schneller, wenn nicht so viel Zeit zur Verfügung steht. Die Falter-Redaktion ist der beste Beweis: Fällt der Montag auf einen Feiertag, ist die Zeitung halt schon am Freitag fertig - und die Produktion erfolgt noch reibungsloser als sonst, obwohl man "reibungslos“ gar nicht steigern kann. Diesmal gab’s keinen Feiertag, sondern eine Spezialproduktion, in deren Rahmen die Eintütung und Beiheftung eines Büchleins mit 50 Rezepten aus dem "Grundkurs Kochen“ vorgesehen war. Also hat irgendwer ein bisschen Hysterie entfacht und behauptet, dass der Falter diesmal schon urfrüh fertig zu sein habe, und genauso war’s - es lief noch optimaler als sonst.

"Absolutadjektiva darf man nicht steigern, doch niemand wird den Reim verweigern!“, tönt es aus dem Chefzimmer. In der Überschrift zum jeweiligen Tipp/Rezept des "Grundkurses Kochen“ herrscht jedenfalls Reimzwang (nicht zu verwechseln mit dem "Weinzwang“ aus Karl Valentins "Firmling“ oder Tex Rubinowitz’ "Zanderbezwingzwang“). Am meisten reimt Christopher Wurmdobler, der einen Hang zum reichen Reim, wohingegen Armin Thurnher ein Faible für den Trochäus hat. Bianca Tschaikner ( www.biancatschaikner.com) hat die Gugelhüpfer, Spargelschäler, Bärläucher ins Büchlein gezeichnet, das toll aussieht, selbst wenn man (noch) nicht kochen kann.


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