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Bücher, entstaubt

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Geld muss verderben

Am 17. März wäre ein Mann 150 Jahre alt geworden, dem eine große Zukunft beschieden sein könnte: Silvio Gesell. Der Kaufmann und Theoretiker vertrat die Meinung, Geld müsse seine Gültigkeit verlieren, sofern es gehortet werde. Während Sparen in unserem System mit Zinsen belohnt wird, wollte Gesell das Geld verderblich machen, um eine Gleichzeitigkeit von Geldreichtum und Depression zu verhindern. Gesells Zinskritik machte seine Lehre für die Nazis interessant, was gerne gegen ihn verwendet wird. Er selbst ließ sich im Jahr 1919 von der linken Münchner Räterepublik als Finanzminister aufstellen.

Silvio Gesell: Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld. Zitzmann, 1984, 389 S., ab € 25,-


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