Nachgesehen  

Ruth Eisenreich | Politik | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

In Budapest gehen Hunderttausende auf die Straße, in Wien acht

Es sind riesige Massen, die sich auf den Straßen der Hauptstadt versammeln. Vor dem Parlament demonstrieren Regierungsanhänger, nur einen kurzen Fußmarsch entfernt die Opposition. Die Szene spielt nicht in Wien, sondern beim Nachbarn in Budapest. Während hierzulande die Geschehnisse des März 1848 geflissentlich ignoriert werden, ist in Ungarn der 15. März ein nationaler Feiertag. An diesem Tag begann dort die Revolution, weitreichende Gesetzesänderungen wie die Abschaffung der Zensur wurden beschlossen.

Der 15. März habe früher die ungarische Gesellschaft geeint, erzählt Béla Rásky, doch heute würde Premierminister Viktor Orbán ihn uminterpretieren und vereinnahmen. Deswegen demonstriert in Budapest die Opposition und deshalb hat Rásky eine Spontandemo vor der ungarischen Botschaft in Wien organisiert, als symbolische Geste "in Erinnerung an die Werte der Revolution 1848“. Sieben Freunde sind gekommen.

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FALTER 17/19
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