Digitalia

IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Schon wieder hat ein Freund digitalen Selbstmord begangen. Martin hat sein Facebook-Profil gekillt - also es nicht nur deaktiviert, sondern alle Daten löschen lassen. Ich kann seine Gründe nachvollziehen. "Meine Fotos gehören denen, meine Vorlieben sind auch ihre und diese Konversation bleibt auf ewig liegen. Irgendwie weiß ich nicht mehr, ob mir das egal sein soll“, schrieb er, kurz bevor er sich ins Datennirwana vertschüsste.

Mich betrübt das immer, wenn sich Onlinekumpels das virtuelle Leben nehmen. Martin meint, vielleicht kehrt er eh bald zurück, sollte es ihm offline zu fad werden. Ich möge ihn informieren, wenn es eine Facebook-Alternative gebe, die das AMA-Gütesiegel verdiene. Derweil bin ich ein bisschen sentimental und höre Johnny Cash: "Don’t know where. Don’t know when. But I know: We’ll meet again.“ Das Gute am virtuellen Suizid im Vergleich zum realen ist: Er lässt sich wieder rückgängig machen.


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