Technik  

Nachrichtenkonsum als Leistungssport

Dinge, die uns brauchen

Medien | Prüfbericht: Thomas Vasek | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Wie versorgt man sich als moderner Mensch mit Nachrichten? Die unelegante Methode: Man klappert irgendwelche Internetseiten ab und liest die Artikel. Technologisch avancierte Leser haben natürlich mindestens 500 RSS-Feeds abonniert. Die neuesten Artikel liest man dann etwa mit dem Google-Reader. Das ist schon recht komfortabel. Oft stößt man im Netz allerdings auf irgendwelche Artikel, die man lesen möchte, aber eben nicht sofort. Die Lösung bieten Apps wie Instapaper, die Artikel in ein lesefreundliches Format umformatieren - und lokal auf dem Rechner abspeichern. Es geht noch besser. Die App "Reeder“ setzt auf dem Google-Reader auf und bietet zusätzlichen Komfort, wie die Möglichkeit, Artikel sofort per Mail zu verschicken oder auf Facebook hochzuladen. Zudem geht die Arbeit mit "Reeder“ schneller und geschmeidiger vonstatten, die Feeds werden übersichtlich dargestellt, und das Textformat ist angenehm zu lesen. Eine Alternative zu "Instapaper“ ist "Readitlater“: Mit einem "Bookmarklet“ lassen sich Seiten zum späteren Lesen in "Readitlater“ abspeichern, zudem kommuniziert die App mit vielen anderen Nachrichten-Apps ebenso wie mit Twitter oder Facebook. Mit diesen Apps kann man sich locker hunderte Texte pro Tag reinziehen - und Nachrichtenkonsum quasi als Leistungssport betreiben. Was davon man wirklich liest, ist eine andere Frage. Neben all den "Später-Lesen-Apps“ bräuchte es eigentlich eine weitere App zur ultimativen Lektüre-Prokrastination. Arbeitstitel: "ReadItNever“.

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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